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News aus Erfurt

10. März 2011

Sprayen als Kulturform – Graffiti Konzept für Erfurt

Beim Thema Graffiti kochen die Gefühle hoch. Ein Konzept der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass sich diesem Streitpunkt annimmt, wurde auf der letzten Stadtratssitzung beschlossen.

In einem Punkt schienen sich die Fraktionen einig zu sein. So genannte „Schmierereien“ sollen aus dem Stadtbild verschwinden. Zu groß und kostenintensiv waren in den vergangenen Jahren die Schäden bei Hausbesitzern und der Stadt. Gestritten wurde jedoch um die Umsetzung dieses Vorhabens.

Laut Antrag der Grünen, soll die Sprayerkultur in Erfurt nun zu einer anerkannten Kunstform erwachsen. Kathrin Hoyer, Fraktionschefin der Grünen im Erfurter Stadtrat spricht sich deutlich gegen die zunehmende Kriminalisierung in diesem Bereich aus. Graffiti-Sprayen sollte grundsätzlich als Ausdrucksmöglichkeit für junge Menschen auch öffentlich anerkannt werden, dies passiere bereits in zahlreichen anderen Städten, äußerte sich Hoyer.

Die vorgeschlagenen Aktionen sind vielfältig und reichen von der Einführung eines internetbasierten Flächennachweises, über Graffiti-Wettbewerbe bis hin zu Partnerschaft von Unternehmen und Sprayern, die deren Wände verschönern sollen. Ebenfalls sollen Workshops und Informationsveranstaltungen zum Thema „Graffiti“ an Schulen stattfinden. In der Überlegung sind zudem Graffiti-Stadtführungen. Insgesamt soll bei den Erfurtern größere Achtung für Graffitis erzeugt werden. Stadträtin Hoyer ist sich sicher, dass durch größere Toleranz sogar die Zahl der unbeliebten Schmierereien verringert werden kann.

Ja man muss, denke ich, unterscheiden, zwischen Graffitis und Schmierereien, die wir damit nicht befördern wollen, aber, wie ich glaube auch nicht befördern werden. Ich glaube, wenn es eine Kultur für Graffitis gibt, so eine Umgangskultur mit Graffitis, werden solche Schmierereien automatisch zurückgehen, weil dann auch die Akzeptanz für legale Graffitis dann höher wird.

Kritik an diesem Konzept kommt von Seiten der CDU. Thomas Hutt, kulturpolitischer Sprecher der CDU bewertet das Konzept als zu idealistisch. Bei der ganzen Förderung von legalen Graffitis vergesse man die Verfolgung illegaler Schriftzeichen.

Uns lag es daran nicht nur das Stadtbild zu verschönern mit legalen Graffiti, sondern auch die Vermeidung und der Kampf gegen illegale Graffiti. Jedes Jahr entstehen Millionenschäden bei der Stadt und bei Privatleuten für die Beseitigung von Graffiti. Das stört nicht nur die Besucher sondern natürlich ……

Link:http://www.radio-frei.de/index.php?iid=7&ksubmit_show=Artikel&kartikel_id=3245

Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine neue Strategie im Kampf gegen illegale Sprüher: Jetzt soll ein Kriterienkatalog für die Standortauswahl legaler Werke erarbeitet werden.

29. Januar 2011

Stuttgart.  Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine neue Strategie im Kampf gegen illegale Sprüher: Jetzt soll ein Kriterienkatalog für die Standortauswahl legaler Werke erarbeitet werden.

. Graffitis gelten als Ärgernis – zumindest dann, wenn sie illegal an Wände gesprüht werden. 2009 gingen bei der Stuttgarter Polizei rund 2700 Anzeigen wegen Sachbeschädigung ein, allein das städtische Tiefbauamt gab 250 000 Euro für die Beseitigung der Farbsprühereien aus. Die Landeshauptstadt versucht nun, die Szene etwas zu lenken. Es sollen mehr öffentliche Flächen für legales Sprühen zur Verfügung gestellt werden. Sie müssen aber bestimmte Kriterien erfüllen.

Die Kosten für die Reinigung der Fassaden sind in der Landeshauptstadt in den vergangenen rapide gestiegen: 2005 und 2006 hat das Stuttgarter Tiefbauamt jeweils um die 130 000 Euro dafür ausgegeben, 2007 etwa 150 000 Euro, 2008 schon 215 000 Euro. 2009 schließlich waren es bereits 248 000 Euro. Und das nur, um Schmierereien an Bauwerken entlang von belebten Straßen und Wegen zu entfernen. „Städtische Gebäude wie Schulen sind da noch nicht mal dabei“, betont Werner Pfisterer vom Tiefbauamt. Im vergangenen Jahr standen – aufgrund des strikten Sparkurses – nur 200 000 Euro zur Verfügung.

Seit 2004, als der Polizei 965 größere Farbschmierereien gemeldet wurden, ist die Zahl der Anzeigen wegen Sachbeschädigung kontinuierlich gestiegen. Der Trend aber scheint nun gestoppt, meint Polizeisprecher Jens Lauer. Nach dem „Rekordjahr“ 2009 mit 2689 Anzeigen geht die Polizei von weniger Delikten im vergangenen Jahr aus – exakte Zahlen für 2010 liegen erst in einigen Wochen vor. Das müsse jedoch nicht heißen, dass die Graffiti weniger geworden seine, räumt Lauer ein. Die Dunkelziffer in diesem Bereich sei hoch.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzt die Stadt Stuttgart auf legale Graffiti. Ausgewählte Unterführungen wurden bereits freigegeben. Die Erfahrungen sind laut Pfisterer gut, diese mit künstlerischen Ambitionen gestalteten Wände würden das Stadtbild bereichern. Die Grünen im Gemeinderat wagen daher einen weiteren Vorstoß: Stuttgart soll – wie bereits andere deutsche Städte – dem Beispiel Wiens folgen. Dort stellt die Stadt freie Flächen zur Verfügung, im Gegenzug verpflichten sich die Sprayer, ausschließlich dort zu sprühen und den Arbeitsplatz sauber zu hinterlassen. Laut der Wiener Kriminalpolizei ging die Zahl der Sachbeschädigungen durch Graffiti seit dem Projektstart 2005 zurück.

„Die Legalisierung von Flächen ist die einzige Möglichkeit, auch in Stuttgart dieser Subkultur Raum zum Ausdruck zu geben“, sagt Grünen-Stadtrat Peter Svejda und verweist auf den Deutschen Städtetag. Der rechnet vor, dass 40 Prozent der illegalen Graffiti durch legale Alternativen verschwinden würden. Die Flächen, so Svejda, sollten bestimmte Kriterien erfüllen, um sowohl die Sicherheit der Sprayer zu garantieren, als auch ihren Ansprüchen gerecht zu werden.

Diesen Katalog, der klare Rahmenbedingungen definiert, hat die Stadtverwaltung nun vorgelegt. Bauwerke sind demnach dann für legale Graffiti geeignet, wenn die Fläche mindestens 100 Quadratmeter groß ist; sie sollten gut erreichbar und abseits von Straßen und Gleisen liegen sowie ausreichend Abstand zu Fußgängerwegen haben. Die Frischluftzufuhr muss, wegen der in der Farbe enthaltenen Lösungsmittel, gewährleistet werden; die Müllentsorgung durch die Stadtreinigung möglich sein. Das klingt simpler, als es offenbar ist: Die drei von den Grünen vorgeschlagenen Standorte jedenfalls hat die Verwaltung gleich abgelehnt. Weder der Eingangsbereich zur ehemaligen Fußgängerunterführung beim Wagenburgtunnel, noch die Rampenwand an der Haltestelle Staatsgalerie und auch nicht eine Brückenwand beim Hauptbahnhof würden die Kriterien für ein ungestörtes Arbeiten erfüllen. Pfisterer räumt ein, dass die Messlatte hoch liegt. Aus gutem Grund: Die jahrelangen Erfahrungen mit der „Hall of Fame“ beim Cannstatter Wasen würden zeigen, dass in der Szene solche selbstverpflichtenden Regelungen nicht von allen Beteiligten akzeptiert würden. Dennoch ist er optimistisch, dass im Stadtgebiet zahlreiche Flächen zum legalen Besprühen gefunden werden. Vorschläge sollen von den Jugendlichen selbst kommen.

Link: http://www.swp.de/goeppingen/lokales/stuttgart_und_region/art5592,816300

und dazu aktuell : Graffiti im Focus – Podiumsdiskussion am 27.01.2011 um 19.00 Uhr im mon ami Author: Polizeiinspektion Weimar Goldstar

24. Januar 2011

Graffiti im Focus – Podiumsdiskussion am 27.01.2011 um 19.00 Uhr im mon ami

Author: Polizeiinspektion Weimar Goldstar

Weimar. Die Polizeiinspektion Weimar verweist auf die Podiumsdiskussion „Graffiti im Focus“. Hierzu sind alle interessierten Bürger recht herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet am 27. Januar 2011, 19:00 Uhr im Saal des Jugendzentrums Mon Ami am Goetheplatz statt. Die Gesprächsteilnehmer wagen eine kritische Betrachtung: Erfolge und Misserfolge der bisherigen Strategie zur Bekämpfung illegaler Graffiti sollen thematisiert werden.

Auch die Bürger sind zur Teilnahme aufgerufen: Der Moderator Thorsten Büker wird Rückfragen aus dem Publikum zulassen. Dabei sind kritische und innovative Beiträge und Vorschläge willkommen. Teilnehmer auf dem Podium werden der Bürgermeister der Stadt Weimar – Herr Christoph Schwind, Polizeidirektor Ralf Kirsten – Leiter der Polizeiinspektion Weimar, die Streetworkerin Frau Anja Weitze, der Strafverteidiger in Graffiti-Sachen – Herr Andreas Schramek sowie Sandro Witt – Gewerkschaftssekretär des DGB Thüringen sein. Ein Vertreter des Weimarer Jugendgerichts ist angefragt. Erstmals innerhalb der seit 2009 forcierten städtischen und polizeilichen Gesamtstrategie sollen Vertreter aller Stadtratsfraktionen die Möglichkeit erhalten, sich an den Bemühungen durch eigene Statements und mögliche Vorschläge zu beteiligen. Sie werden, ebenso wie weitere Vertreter aus Justiz, Wirtschaft, Wohnungswesen und Jugendfragen als Gäste erwartet.

Im Vorfeld der Podiumsdiskussion stehen ab 18:00 Uhr Graffiti-Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Weimar sowie der Stadtverwaltung beratend zur Seite und bieten umfangreiche Informationen zur Thematik an. Interessierte erhalten die Möglichkeiten, direkte Rückfragen zu stellen. Auch hierzu wird recht herzlich eingeladen.

LinK:http://politopolis.de/11687/graffiti-im-focus-podiumsdiskussion-am-27-01-2011-um-19-00-uhr-im-mon-ami/

Internetfund…Legale Flächen in Weimar

24. Januar 2011

Neue legale Flächen in Weimar

Die Stadtverwaltung und Polizei Weimar geben drei neue Flächen frei, allerdings mit einigen Einschränkungen. Die Benutzerordnung schreibt die Zeit vor in welcher dort gemalt werden darf. Zudem untersagt sie die Flächen vermummt zu benutzen. Ebenso regelt das Papier, dass die Stadt die Wände zum Ende jedes Quartals weiß überstreicht.

Drei Wandflächen in Weimar für legale Graffiti freigegeben
Thüringer Allgemeine Zeitung
Ganz legal können sich Sprayer ab sofort an drei Orten in Weimar verewigen. Stadtverwaltung und Polizei gaben einen Teil der Sporthalle an der Meyerstraße, eine Wand am Durchgang vom Rathenauplatz zum Atrium sowie eine Hallenfassade auf dem städtischen Betriebshof für Graffiti frei.
Weimar. Ein weißer Schutzanzug samt Handschuhen und Atemmaske entspricht weder für Weimars Polizeichef Ralf Kirsten noch für Bürgermeister Christoph Schwind der üblichen Dienstkleidung. Gestern Mittag wählten beide dennoch diese Kluft. Schließlich griffen sie selbst zu Sprühfarbe und Schablonen, um an der Turnhalle der ehemaligen Harry-Graf-Kessler-Schule die Herren Gropius und Goethe zu verewigen. Dass ihnen Weimars Graffiti-Künstler auf drei ausgewählten Wänden in der Stadt mit eigenen Motiven nacheifern, ist ausdrücklich gewollt.

Jene Fassade der Sporthalle, die zum Spielplatz an der Ecke von Thälmann- und Meyerstraße zeigt, ist ebenso fürs legale Sprühen ausgewählt wie die Mauer entlang des Durchgangs vom Rathenauplatz zum Atrium. Dort waren Graffiti schon einmal geduldet. Bei der dritten Wand, die die Stadt freigibt, handelt es sich um die Rückseite der Lagerhalle des Bauhofes an der Schwanseestraße. Dort ist das Sprühen allerdings nur während der Betriebszeiten erlaubt, an den beiden anderen Orten täglich von 6 bis 21 Uhr.

Das schreibt die Benutzerordnung vor, die an den betreffenden Wänden aushängt. Zudem untersagt sie den Sprayern, die Sprühflächen vermummt zu benutzen. Ebenso regelt das Papier, dass die Stadt die Wände zum Ende jedes Quartals weiß überstreicht und damit neuen Graffiti Platz schafft.

Für Weimars Polizei sind die legalen Wände ein wichtiger Punkt bei der Eindämmung von Farbschmierereien im Stadtgebiet allerdings nicht der erste und einzige. Im vergangenen Frühjahr bildete die Inspektion eine Arbeitsgruppe Graffiti, mit Erfolg. Mit 513 angezeigten Fällen sank die Zahl der illegalen Schmierereien im Vorjahr gegenüber 2008 zwar nur leicht. Die Aufklärungsquote stieg dafür erheblich. 2007 wurde nur jeder siebte Fall gelöst, 2008 nahezu jeder vierte und im Vorjahr mehr als jeder dritte.

Den 190 im vergangenen Jahr aufgeklärten Verfahren konnte die Polizei 47 Tatverdächtige zuordnen. Ein 20-jähriger Weimarer wurde gleich mit 59 Schmierereien in Verbindung gebracht. Zwölf Täter wurden seit Einrichtung der Arbeitsgruppe auf frischer Tat ertappt.

Aller Sorgen ledig sind die Ermittler damit freilich nicht. Während in den letzten drei Monaten 2009 lediglich 62 illegale Graffiti angezeigt wurden, waren es im ersten Quartal dieses Jahres immerhin drei Mal so viele. Als Grund für den Anstieg vermutet die Polizei u. a. Reaktionen auf Ermittlungs-Maßnahmen wie Durchsuchungen und Vernehmungen. Dennoch seien Aktionen großer organisierter Sprayer-Gruppen aktuell nicht erkennbar.

Jens Lehnert / 23.04.10 / TA / Foto: Thomas Müller

Link:http://ilovegraffiti.de/blog/2010/05/03/neue-legale-flachen-in-weimar/

Düsseldorf: Grüne wollen Flächen zur Verfügung stellen

14. Januar 2011

Grüne wollen Flächen zur Verfügung stellen

Graffiti: Zweifel an Legalisierung

VON ANDREAS PANKRATZ – zuletzt aktualisiert: 13.01.2011 – 07:47

Düsseldorf (RP) In der kommenden Sitzung des Kulturausschusses wollen die Düsseldorfer Grünen eine kontrollierte Freigabe von Flächen für Sprayer debattieren. Kritiker solcher Maßnahmen sagen: Gegen die Schmierereien in Form so genannter Tags taugt ein solches Projekt nicht.

Der Vorschlag der Düsseldorfer Grünen, Sprayern Flächen für Graffiti zur Verfügung zu stellen, ist bei Fachleuten auf wenig Zustimmung gestoßen. Auf Anfrage der Rheinischen Post äußerte sich Bürgermeister und Vorsitzender des Kultur-Ausschusses Friedrich Conzen (CDU) kritisch. „Die Sprayer wollen mit den Graffitis dorthin, wo sie gesehen werden“, meint Conzen. „Solche zentralen Flächen kann ihnen die Stadt aber nicht bieten.“ Ein flächendeckendes Projekt dieser Art könne er sich deshalb nicht vorstellen.

Raum für eine Kunstform

Die Grünen-Fraktion will die Idee in der nächsten Sitzung des Kultur-Ausschusses debattieren. „Graffiti ist eine Kunstrichtung und braucht Raum zum Ausdruck“, sagt Geschäftsführerin der Grünen-Ratsfraktion, Miriam Koch. Sie schlägt vor, mit Hilfe beispielsweise des Jugendrates Flächen in der Stadt ausfindig zu machen, die dafür in Frage kommen, um dem illegalen Sprayen zuvorzukommen. Dadurch wollen die Grünen auch jene Schmierereien in den Griff bekommen, die mit Kunst nichts zu tun haben, dafür aber Tausende Wände in der ganzen Stadt verschandeln. „In Wien hat ein ähnliches Projekt gut funktioniert, solche Delikte sind dort seit 2005 zurückgegangen“, sagt Koch.

In anderen Städten habe die Legalisierung aber genau das Gegenteil bewirkt, sagt Ingo Apel, Vorstandsvorsitzender von „Bau + Grund“ und bezieht sich dabei auf Erfahrungen etwa in Bielefeld, Darmstadt und München. „Die Graffiti haben sich dort in vielen Fällen aus den legalen Flächen herausgefressen“, sagt der Interessenvertreter der Düsseldorfer Hauseigentümer. Will heißen: War eine freigegebene Wand vollgemalt, hätten die Sprayer, die zu spät kamen, stattdessen die anliegenden Wände illegal besprayt.

Grundsätzlich würde er begrüßen, wenn die Stadt das Problem mit mehr Nachdruck verfolgen würde. Denn der Schaden ist nach wie vor groß. „Die Kosten durch illegales Graffiti wachsen jährlich auf eine sechs- bis siebenstellige Summe an“, rechnet Apel vor.

Anlass zum Handeln sieht auch Achim Radau-Krüger, Geschäftsführer des Jugendrings, und befürwortet den Vorstoß der Grünen. Seit Jahren setzt sich die Jugendorganisation für legale Möglichkeiten zum Sprayen ein und zwingt beim Projekt „Einwandfrei“ (siehe Info) erwischte Sachbeschädiger, ihre Schmierereien zu entfernen. „Es fehlt in der Stadt an Graffiti-Flächen“, findet er. Gleichzeitig gäbe es viele Jugendliche, die danach suchen, um kreativ zu werden. Allerdings bezweifelt auch er, dass das vorgeschlagene Projekt, das Problem der so genannten Tags lösen wird. „Die Schmierereien haben nichts mit der künstlerischen Szene zu tun“, sagt der Jugendarbeiter. Sinnvoll seien Partnerschaften von Schulen und Gebäude-Eigentümern, bei denen Schüler Wände oder Stromkästen bemalen können. Denn das nehme den Sachbeschädigern den Platz und wecke bei den Jugendlichen das Bewusstsein für das Eigentum fremder.

Link: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Graffiti-Zweifel-an-Legalisierung_aid_952204.html

„Bleib sauber“-Kampagne geht weiter – Graffiti-Galerie im Stadthaus eröffnet

12. Januar 2011

„Bleib sauber“-Kampagne geht weiter – Graffiti-Galerie im Stadthaus eröffnet

11.01.2011: Schwerin/GNN/MVregio Kann man Jugendliche dafür begeistern, ihre Graffitis auf Leinwände zu sprühen? Man kann.

Foto: Landeshauptstadt Schwerin
Foto: Landeshauptstadt Schwerin

Der Schweriner Stadtjugendring, Partner der gemeinsamen „Bleib sauber“-Kampagne der Landeshauptstadt, der Polizeiinspektion Schwerin und des Landespräventionsrates, hat Schweriner Jugendliche aus der Sprayer-Szene eingeladen, Arbeiten für eine Graffiti-Galerie im Erdgeschoss des Stadthauses beizusteuern, die seit Montag geöffnet ist.

Zu sehen sind etwa 30 Arbeiten, die sehr unterschiedliche Handschriften erkennen lassen. Bestandteil der Ausstellung sind auch auf Leinwand gedruckte Fotografien von legalen künstlerischen Graffitis, die in den vergangenen Jahren im Schweriner Stadtbild aufgenommen wurden. „Kunst ist immer eine Frage des Geschmacks und ich mag legale Graffiti-Kunst. Sie ist ein legitimer Ausdruck von Jugendkultur“, meint Regina Villwock vom Schweriner Stadtjugendring, die die Ausstellung initiiert hat.

Legale Flächen für Sprayerinnen und Sprayer anzubieten, ist ein wichtiger Bestandteil der im vergangenen Jahr gestarteten Kampagne für ein sauberes Schwerin. „Jetzt gehen wir sogar noch einen Schritt weiter, indem wir den Arbeiten der Jugendlichen ein offizielles Ausstellungsforum bieten“, sagt Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin Angelika Gramkow. „Damit machen wir auch deutlich: Illegale Schmierereien sind keine Kunst, sondern eine Straftat, für deren konsequente Ahndung sich die Stadt weiterhin einsetzen wird.“

Die Ausstellung im Stadthaus wird durch eine Förderung des Landespräventionsrates ermöglicht. Die Einladungs-Karte zur Ausstellung, die von der Schweriner Werbeagentur Eastad gestaltet wurde, ist übrigens auch ein Graffiti (Foto). Die Graffiti-Galerie im Stadthaus ist bis 28. Januar 2011 geöffnet.

BU: Anne Quednau und Regina Villwock vom Stadtjugendring bei der Ausstellungsvorbereitung.

Die beiden Stadtansichten stammen von Martin Drewes.

GNN-MVregio mv/sn

Quelle: Landeshauptstadt Schwerin

Neuigkeiten aus Oldenburg

21. Dezember 2010

Oldenburg: Graffiti-Projekt mit Dach über dem Kopf
Sprayer Famila stellt Präventionsrat und Aktionskreis Graffiti-Kultur ein Gebäude zur Verfügung

Zurzeit werden 50 Holztafeln besprüht. Sie sollen zum Präventionstag in der Stadt stehen.

von Patrick Buck

Oldenburg – Im Winter ein Dach über dem Kopf: Dieser Wunsch wurde jetzt dem Graffitiprojekt des Präventionsrates und des Aktionskreises Graffitikultur Oldenburg (AkGO) erfüllt. Im ehemaligen Kuhnt-Gebäude auf dem Famila-Gelände in Wechloy können Sprayer nun ihrer Kunst nachgehen. Am Sonnabend wurde das vorübergehende Atelier mit einem Aktionstag offiziell eröffnet.

Es riecht bereits nach Farbe in dem zurzeit leerstehenden Werkstattgebäude, auch erste gesprayte Werke sind schon zu sehen. Doch es sollen noch viel mehr werden. „Am 30. und 31. Mai wird der Deutsche Präventionstag in Oldenburg stattfinden“, berichtet Ordnungsamtsleiter Ralph Wilken. „Dann sollen 50 mit Graffiti gestaltete Holzplatten rund um die Weser-Ems-Halle aufgestellt werden.“

Mit dieser Aktion wollen Präventionsrat und AkGO den Sprayern eine weitere Möglichkeit bieten, ihre Kunst zu verwirklichen. Bereits seit Mai dürfen die Wände der Sporthalle des TuS Bloherfelde bunt gestaltet werden (NWZ  berichtete). Nun stellt die Justizvollzugsanstalt (deren Leiter Gerd Koop Vorsitzender des Präventionsrates ist) 50 große Holzplatten aus ihrer Werkstatt zur Verfügung.

„Aber wir brauchten einen Platz, an dem wir den Winter über arbeiten können“, sagt AkGO-Sprecher Lukas Krieg. Nachdem eine Nutzung der Donnerschwee-Kaserne nicht realisiert werden konnte, habe Famila das nicht genutzte Ex-Kuhnt-Gebäude für eine vorübergehende Nutzung mietfrei zur Verfügung gestellt.

„Bislang haben wir keinen Nachmieter“, sagt Tina Taute, die für Famila das Projekt begleitet. „Der Raum ist zweigeteilt und es gibt Rolltore, so dass Frischluft hereinkommt, wenn mit Farbe gearbeitet wird.“ Auch wenn erst wenige Werke fertig sind, zeigt sie sich von den ersten Bildern beeindruckt. „Für mich ist das Kunst.“ Aber auch wer noch nicht so versiert in seiner Technik ist, ist in dem neuen Atelier willkommen. Könner und Anfänger sollen hier zusammenarbeiten, sich gegenseitig helfen und voneinander lernen. „Mir gefällt das sehr gut“, sagt Bartosz Boron, der bereits die Halle fürs Sprayen genutzt hat. „So etwas sollte ein Muss sein für jede Stadt.“

Mit Musik eines DJs und Freestyle-Auftritten von Boran sowie den Linguisten 24 wurde der Start des Projekts gefeiert. Nun geht es an die Sprühdosen – damit sich die 50 Holzplatten bis Ende Mai auch sehen lassen können.

Link; http://www.nwzonline.de/Region/Stadt/Oldenburg/Artikel/2502409/Oldenburg++Graffiti-Projekt+mit+Dach+%FCber+dem+Kopf.html

Internetfund..Bravo TV Graffitireportage aus dem Jahre 1994

17. Dezember 2010

Hier eine alte Reportage aus dem Jahre 1994 , die jedoch an Aktualität nicht verloren hat. Bitte bis zum Ende anschauen!

Legale Graffiti in München „Eine Win-win-Situation für alle“

22. November 2010

Legale Graffiti in München „Eine Win-win-Situation für alle“

Interview: Isabel Meixner

Früher besprühte er verbotenerweise Unterführungen, heute macht er das ganz legal: der Sozialpädagoge Stefan Penn über staatlich gefördertes Sprayen.

In Freimann, Garching und Milbertshofen haben Künstler der Graffiti-Vereinigung „Writers Corner München“ Wände besprüht – ganz legal. An diesem Wochenende ist eine Fahrradunterführung in Fürstenried dran. Der Sozialpädagoge Stefan Penn (41) ist der Vorsitzende der Vereinigung.
Stefan Penn Writers Corner München Bild vergrößern

Stefan Penn ist der Vorsitzende der Graffiti-Vereinigung „Writers Corner München“. Der amerikanische Film „Wild Style“ animierte ihn dazu, selber zu sprayen. (© Penn)

sueddeutsche.de: Herr Penn, am Wochenende haben Sie die Fahrradunterführung an der Neurieder Straße in Fürstenried mit Graffiti angemalt. Haben Sie Besuch von der Polizei gekriegt?

Stefan Penn: Wir haben der Polizei und dem Kreisverwaltungsreferat vorher sogar Bescheid gegeben. Es handelt sich um ein legales Graffiti, das die Stadt unterstützt.

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sueddeutsche.de: Warum macht sie das?

Penn: Für Jugendliche muss es kreativen Spielraum geben, einen Ort, an dem sie sich künstlerisch entfalten können. Unsere Idee ist es, dass wir dunkle, unansehnliche Unterführungen mit bunten Bildern gestalten. Die Stadt fand das Konzept gut.

sueddeutsche.de: So gut, dass sie Ihre Arbeit auch finanziell unterstützt?

Penn: Für die Gestaltung der Unterführung in Fürstenried erhalten wir kein Geld, im Gegenteil: Die Farbe bezahlen wir aus der eigenen Tasche. Die Stadt stellt uns lediglich die Fläche zur Verfügung. Andere Projekte, bei denen die Fläche und damit die Kosten für die Farbe zu groß wären, unterstützt sie auch finanziell. Für beide Seiten ist das eine Win-Win-Situation: Die Jugendlichen haben einen Platz, an dem sie ihrem Hobby nachgehen können, und die Stadt hat weniger Unkosten, denn die Renovierung der verschmierten Unterführung würde sie viel Geld kosten.

sueddeutsche.de: Wie kamen Sie dazu, in Ihrer Freizeit Fahrradunterführungen zu besprühen?

Penn: Ich habe vor 25 Jahren den amerikanischen Film „Wild Style“ gesehen, der die Geschichte eines Graffiti-Künstlers erzählt. Der hat mich wahnsinnig gepackt. Also habe ich die Sprühdosen meines Vaters, die er für sein Auto gekauft hatte, genommen und bin zu einer Straßenunterführung gegangen. Dort habe mein erstes Bild gemalt.

sueddeutsche.de: Nicht legal, oder?

Penn: Ja, das war illegal. Einmal wurde ich auch erwischt und musste Sozialstunden leisten und Schadenersatz in Höhe von 30.000 Euro zahlen. Als ich vor meinem Sozialpädagogikstudium eine Ausbildung zum Maler und Lackierer gemacht habe, ging ein Großteil meines Gehalts in Raten an die Bundesbahn. (lacht) Manche kaufen sich mit 18 ein Auto, ich habe S-Bahnen bemalt und musste dafür zahlen.

sueddeutsche.de: Jetzt unterstützt Sie die Stadt bei Ihren Sprühaktionen. Sind diese nicht eine genauso große Verschandelung wie das verbotene Graffiti?

Penn: Beim illegalen Graffiti liegt der Schwerpunkt mehr auf der Quantität. Ein Bild muss schnell fertig werden, weil zum Beispiel S-Bahn-Stationen überwacht werden oder an Unterführungen Personen vorbeigehen, die die Polizei rufen. Beim legalen Sprühen steht die Qualität im Vordergrund: Es wird viel sauberer gearbeitet und man kann sich viel mehr den Details und Themen widmen.

sueddeutsche.de: Sehen dies die Passanten genauso?

Penn: Viele Passanten bleiben stehen und sind begeistert. Manche haben am Wochenende sogar Kaffee vorbeigebracht oder Geld da gelassen, damit sich die Jungs Brotzeit kaufen können. Sie sind froh, wenn das Siebziger-Jahre-Grau oder rechtsradikale Parolen in den Unterführungen übermalt werden.

sueddeutsche.de: Welche Motive werden gesprayt?

Penn: Welches Thema behandelt wird, entscheidet die Gruppe. Von der Stadt gibt es ein paar Auflagen, etwa, dass wir nichts Gewaltverherrlichendes oder Pornografisches darstellen dürfen. Die Tunnelseite, die bereits fertig ist, stellt das Thema „Zeitmaschine“ mit Kuckucksuhren und Schriftzügen dar. Gegenüber haben wir in großen Lettern „Make some Noise“ geschrieben – das Bild wird kommendes Wochenende fertig. Wir wollen dadurch die Bürger ermuntern, nicht alles stillschweigend hinzunehmen, sondern auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen – so wie bei Stuttgart 21. Allerdings soll Protest nicht aggressiv sein; deshalb gestalten wir das Bild ruhig.

sueddeutsche.de: Im Winter sprühen Sie nicht. Gibt es schon Projekte für kommendes Jahr?

Legale Graffiti in München Sprayen für die Kreativität!

Penn: Es sind zwei, drei Unterführungen in München im Gespräch. Das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Aber sicher ist: Es geht weiter.

Link: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/kultur/legale-graffiti-in-muenchen-eine-win-win-situation-fuer-alle-1.1024398

Graffiti Prävention nun auch in Oldenburg

18. November 2010

In Oldenburg fand am Sonntag, den 09.05.2010, das Graffiti Projekt „Oldenbunt“ statt. 30 Graffiti-Maler gestalteten 300 Quadratmeter einer Sporthalle mit Graffiti. Die Veranstaltung mit einem Rahmenprogramm aus Musik, Unterhaltung und Information sollte Graffiti-Maler und interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen bringen, was auch hervorragend gelungen ist.

Der Umgang mit Graffiti war in Oldenburg in den letzten Jahren ausschließlich von Repression geprägt. Die verschiedenen Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Graffiti führten allerdings dazu, dass sich Widerstand aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen bildete, welcher schließlich in einem Graffiti-Symposium am 10.06.2010 mündete. Zum Thema „Graffiti – Jugendkultur zwischen Knast und Galerie ?!“ wurden verschiedene Fachvorträge gehalten. Der Graffiti-Koordinator der Stadt Münster, Frank Ahlmann, war eingeladen, um das Handlungskonzept Graffiti der Stadt Münster als Beispiel für eine Kombination aus Repression und Prävention vorzustellen. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde der künftige Umgang mit Graffiti in Oldenburg thematisiert.

Folge des Graffiti-Symposiums war die Gründung des Aktionskreises Graffiti-Kultur Oldenburg (AkGO), bestehend aus Vertretern städtischer Einrichtungen, freien Trägern sozialer Arbeit, aktiven Graffiti-Künstlern und interessierten Bürgern der Stadt Oldenburg. Ziel dieses Aktionskreises ist die Unterstützung der Graffiti-Szene durch Bereitstellung von Wänden und Fassaden für legale Graffiti-Kunst. Die geregelte Freigabe ausgewiesener Flächen soll eine Alternative zu illegalem Graffiti schaffen und einen Teil der Straßenkünstler vor Kriminalisierung und Verurteilung schützen.

Das Event am 09.05.2010 soll die Auftaktveranstaltung für weitere Aktionen zur Förderung von legaler Graffitikunst sein. Bereits in den Sommerferien findet ein Graffiti-Workshop im Jugendzentrum Bloherfelde statt.

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