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Bonn richtet eine Projektstelle gegen Graffiti ein..

26. August 2010

Hier ein Artikel über unsere Nachbarstadt Bonn, soweit schon tausendmal gehört…Telefon, Reinigung,Antigraffitischutz etc..hervorzuheben ist die Passage über den Einsatz des Amtes für Kinder, Jugend und Familie und die Durchführung von legalen Graffitiaktionen. Zur Nachahmung wird empfohlen.

Projektstelle

Stadt jagt Graffiti-Sprayer

Erstellt 25.08.10, 07:03h

Meist schlagen sie nachts zu und hinterlassen ihre Schmierereien auf Häuserfassaden, Zügen oder Straßenbahnen und zuletzt auch an der Kennedybrücke mitten über dem Strom: gegen illegale Graffiti-Sprayer will die Stadt jetzt härter durchgreifen.

BONN – Die Stadt Bonn bündelt ihre Aktionen im Kampf gegen Farbschmierereien und richtet eine zentrale Projektstelle ein.

Meist schlagen sie nachts zu und hinterlassen ihre Schmierereien auf Häuserfassaden, Zügen oder Straßenbahnen und zuletzt auch an der Kennedybrücke mitten über dem Strom: Illegale Graffiti-Sprayer sind auch in Bonn ein Ärgernis. Die Polizei hat, wie berichtet, in den Stadtbezirken Bad Godesberg und Beuel nahezu eine Verdoppelung der Strafanzeigen gegen Schmierer festgestellt. Am Bahnhof Bad Godesberg führen Reinigungskolonnen einen Dauerkampf gegen einen Sprayer, der an einer Wand ständig seine Freundin grüßt. Unweit der Jugendschutzstelle in der Wilhelmstraße sind in den vergangenen Wochen Häuser mit Farbe verunziert worden. Bei den Stadtwerken kostet die Beseitigung der Schäden durch Graffiti, zerschlagene oder zerkratzte Scheiben, beschmierte Sitze und sonstige Verunreinigung 350.000 Euro im Jahr.

Auch wildes Plakatieren trägt nicht zur Verschönerung des Stadtbildes bei. 35 Euro Bußgeld kostet es, wenn ein Plakatierer oder Sprayer auf frischer Tat ertappt wird. So steht es in der städtischen Straßenordnung. Doch erwischt wird selten ein Täter, weil sie im Dunkeln agieren und dann wieder verschwinden.

Um diese Probleme nun in den Griff zu bekommen, hat die Stadt Bonn die „Städtische Projektstelle Graffiti, Farbschmierereien und Wildplakatierungen“ eingerichtet. Dort laufen alle bisherigen Aktivitäten der Stadt zusammen; sie ist auch eine Beratungsstelle für Betroffene und organisiert Informationsveranstaltungen.

„Damit schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle, die maßgeblich dazu beiträgt, das Bonner Stadtbild für die Bürger und Besucher attraktiv zu halten. Zudem sendet die Stadt damit ein starkes Signal, dass sie noch schlagkräftiger gegen die Verursacher von illegalen Sprühereien und wildem Plakatieren vorgeht“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.

Die bisherige Graffiti-Hotline beim Städtischen Gebäudemanagement (SGB) unter der Telefonnummer bleibt bestehen. Neben einem Internetauftritt und einem Flyer zum Thema wird nach Angaben der Stadt auch ein „Graffiti-Controlling“ aufgebaut. Das bedeutet, dass sämtliche Fälle dokumentiert und die einzelnen Maßnahmen auf Wirksamkeit und Kosten überprüft werden. Die Projektstelle ist beim Amt für Bürgerdienste angesiedelt.

Die Projektstelle bündelt auch Aktionen der Fachämter. So wird beispielsweise das Schulamt weiter die Schulen dazu aufrufen, das Thema „Illegale Graffiti und die Folgen für die Verursacher“ im Unterricht zu berücksichtigen. Die Konsequenzen für die Täter sind hart: Die Polizei stellt Strafantrag, Sozialstunden müssen geleistet und Schadensersatz gezahlt werden, manchmal mehrere tausend Euro. Das Problem: Jede einzelne Tat muss nachgewiesen werden.

Das Amt für Kinder, Jugend und Familie wird weiter legale Graffiti-Aktionen, beispielsweise Wettbewerbe, als Element der Freizeitgestaltung koordinieren. Am Ordnungstelefon (02 28 / 77 33 33) des Amtes für Bürgerdienste werden zusätzlich Hinweise auf Graffitischmierereien entgegengenommen. Das Tiefbauamt lässt sämtliche Neubauten im Tiefbaubereich sowie an Stadt- und Straßenbahnhaltestellen mit einem Anti-Graffiti-Schutz beschichten. Ebenso wie das SGB, das zeitnah und kurzfristig dafür sorgt, dass illegale Farbsprühereien an städtischen Gebäuden entfernt werden. Zudem berät es Bürger an der Graffiti-Hotline.

Das Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft ist für die neuen Papierkörbe in der Bonner Innenstadt zuständig, die mit einer speziellen Grundierung für das einfachere Entfernen von Aufklebern oder Farbschmierereien versehen sind. Die Bezirksverwaltungsstellen schließlich schicken ihre „Schnellen Eingreiftruppen“ los, um Schmierereien zu beseitigen. (dbr)

Link: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431201999.shtml

Die MittwochsMaler suchen neue Plätze für Hall of Fames in Köln!!

12. Juli 2010

Hallo Leute,

die MittwochsMaler erstellen aktuell eine Liste über mögliche Flächen an denen neue Hall of Fames in Köln entstehen könnten z.B. Wände , Hallen, Brücken usw.

Schickst uns bitte Eure Ideen bis zum 13.7.2010 per mail an folgende Adresse zu: mittwochsmaler@skm-koeln.de

Am besten mit Angabe der Straße,Hausnummer, Stadtteil und  das wäre TOP mit “Google Map” Link.

Wir hoffen auf Eure zeitnahe Mithilfe.

Maurice

Kürzungen auch bei den MittwochsMalern

2. Juli 2010

Das Graffiti- und Jugendkunstprojekt des SKM-Köln “ MittwochsMaler“ hat finanziell gesehen schon immer einen schlechten Stand gehabt. Die Kürzugen der Stadt Köln in diesem Projekt könnten die Arbeit von nun fast 5 Jahren zerstören!! Bis zur Verabschiedung des Doppelhaushaltes müssen wir abwarten. Drückt uns die Daumen!!!

http://www.keine-kuerzung-fuer-kurze.de

Keine Kürzungen für Kurze

2. Juli 2010

Keine Kürzung für Kurze“

Die Stadt Köln muß sparen……Der Rat der Stadt wird den Haushalt für das laufende Jahr erst im Oktober verabschieden und dann gleich als Doppelhaushalt 2010/2011

Die Stadt Köln plant Kürzungen im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit von 10 Prozent. Diese 10% hat die Kämmerei in der letzten Quartalszahlung an die Jugendzentren schon umgesetzt.und somit Sparmaßnahmen ergriffen und Fakten geschaffen, ohne dass es eine politische Entscheidung dazu gibt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen (AGOT) und die „Jugendzentren Köln gGmbH“ (Jugz) ,die 60 Kinder- und Jugendzentren und damit rund 6.000 Kinder und Jugendliche in der StadtKöln vertreten, haben die Kampagne „Keine Kürzung für Kurze“ ins Leben gerufen.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Kürzungsabsichten für den Offenen Kinder- und Jugendbereich nicht zur Umsetzung kommen.

In Jugendeinrichtungen und Offenen Türen erfahren Jugendliche mehr als nur einen Ort, an dem sie sich mit anderen treffen können. Hier finden sie Begegnung, Begleitung, Beheimatung,Orientierung, Auseinandersetzung mit sich und anderen im Schutzraum. Sie werden eingebunden,aktiv begleitet, gefördert und ermutigt.Sie erleben Vorbilder und sichere Rahmenbedingungen,können sich ohne Leistungsdruck ausprobieren, Stärken und Neigungen entwickelnund ihre Freizeit sinnvoll gestalten.

Bleibt es bei diesen Kürzungsvorschläge wird dies dazu führen, dass viele Jugendeinrichtungen ihre Pforten schließen müssen. Wenn Köln sich weiterhin als Soziale Stadt versteht, darf das nicht geschehen.

Informieren Sie sich auch weiterhin über unsere Kampagne!

Unterstützen Sie die Kölner Jugendeinrichtungen!

Bei der Jugend darf nicht gespart werden! Keine Kürzung für Kurze

Link: http://www.keine-kuerzung-fuer-kurze.de

Düsseldorf startet „einwandfrei“

1. Juli 2010

Düsseldorf einwandfrei

Wie die RP berichtet können nun jugendliche “Ersttäter” In Düsseldorf einer Strafe entgehen, wenn Sie bereit sind ihre Sprüherein selbst zu entfernen. Das Vorbild des Schlichtungsprojekts liefert München. Mehr über das Pilotprojekt “Düsseldorf einwandfrei” – Sprüher sollen putzen, nach dem Jump

Jugendliche Ersttäter können einer Verurteilung entgehen, wenn sie ihre Schmierereien selbst entfernen. Staatsanwaltschaft, die Stadt und der Jugendring starten mit Partnern ein Pilotprojekt. Vorbild ist die Stadt München, die damit Erfolge im Kampf gegen Graffiti feiert.

Staatsanwaltschaft, Stadt und Jugendring beschreiten mit mehreren Partnern neue Wege bei der Bekämpfung von Graffiti. In Kürze startet sie mit einem Schlichtungsprojekt. Es sieht vor, dass Jugendliche, die beim Sprayen erwischt oder später überführt werden, ihr Graffito selber wieder beseitigen. Dann verzichtet die Staatsanwaltschaft darauf, gegen die 14- bis 21-Jährigen Verfahren vor Gericht einzuleiten. Das Projekt “Düsseldorf einwandfrei” richtet sich ausschließlich an Ersttäter.

Vorbild ist das Projekt ProGram (Projekt Graffiti München), das in der bayerischen Metropole seit einigen Jahren erfolgreich läuft. “Es wurde dort wissenschaftlich begleitet. Und es zeigt sich: Ersttäter, die am eigenen Leib erfahren, wie anstrengend es ist, ein Graffito zu entfernen, lassen die Finger vom Sprayen”, sagt Dennis Kollien. Er koordiniert beim Jugendring das neue Projekt. Kollien hat zwei Wochen in München hospitiert und ProGram beobachtet.

500 Anzeigen jedes Jahr

Seine Stelle beim Jugendring hat die Stadt eigens geschaffen. 100 000 Euro waren bereits im vergangenen Jahr für das Projekt in den städtischen Haushalt eingestellt worden. Kollien rechnet damit, dass in Kürze die ersten Schäden von Jugendlichen beseitigt werden können. Bisher sei es darum gegangen, mit den Beteiligten das Vorgehen zu besprechen.

Wegen Graffiti gehen jedes Jahr rund 500 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein. Deshalb hat die Ermittlungsbehörde nicht gezögert mitzumachen, als die Idee für “Düsseldorf einwandrei” konkret wurde. “Je nach Situation kann es als Strafe sinnvoll sein, dass die Jugendlichen den angerichteten Schaden beheben müssen”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, im vergangenen Jahr, nachdem der Ordnungs- und Verkehrsausschuss das Pilotprojekt beschlossen hatte.

Die Junge Union (JU) hatte die Entscheidung begrüßt, Verfahren gegen Graffiti-Sprüher einzustellen, wenn diese Arbeitsstunden leisten und die Schmierereien entfernen. Zugleich schlug sie vor, das Sprühen auf so genannten “Düssel Walls” zu legalisieren. Die Stadt solle Flächen zur Verfügung stellen. Nach RP-Informationen werden Vorschläge im Rathaus erarbeitet.

Die Stadtwerke haben ein vergleichbares Projekt bereits initiiert. “Graffiti zu benutzen, um Graffiti zu bekämpfen”, ist dabei der Gedanke. Mit dem Graffiti-Künstler Peter Norf ist das erste künstlerisch gestaltete zehn Meter lange, zwei Meter hohe Transformatorenhaus Düsseldorfs entstanden. Die Stadtwerke erhoffen sich dadurch, die Verschmutzung durch illegale Sprayer einzudämmen. Norf meint, dass Graffiti “zu Recht” in den vergangenen Jahren durch Vandalismus in Verruf geraten sei. Nun muss abgewartet werden, ob der Ehrenkodex der Graffiti-Szene vor Vandalismus schützt.

Der Kodex besagt, dass die Sprayer Respekt vor künstlerischen Leistungen anderer haben und Straßenkunst nicht mit eigenen Bildern oder Zeichen übersprühen. Die Stadtwerke hoffen, in Absprache mit der Stadt weitere Projekte dieser Art in Auftrag geben zu können.

Link: http://ilovegraffiti.de/blog/2010/06/30/dusseldorf-einwandfrei/

Graffiti Sprayer oder Schläger. Was ist ein Intensivtäter?

1. Juli 2010

Interview vom ZDF durchgeführt:

ZDF.reporter

Graffiti-Sprayer oder Schläger – was ist ein Intensivtäter?

Kriminologe Prof. Dr. Sonnen im Interview

Immer wieder hört man in Zusammenhang mit Jugendkriminalität den Begriff des so genannten Intensivtäters. Doch was bedeutet er juristisch und noch wichtiger: Wie kann sich die Gesellschaft vor Intensivtätern schützen? ZDFonline interviewte den Kriminologen Professor Dr. Bernd-Rüdiger Sonnen von der Universität Hamburg.

  • Sendung vom 01.07.2010

ZDFonline: Wie definiert die Kriminologie den Begriff des Intensivtäters?

Bernd-Rüdiger Sonnen: Intensivtäter ist in der Tat kein exakt definierter Begriff. In Fachkreisen versteht man darunter wiederholt straffällig gewordene Täter. In Berlin spricht die Polizei von einem Intensivtäter, wenn dieser zehn Straftaten von einiger Schwere pro Jahr verübt.

ZDFonline: Wäre Diebstahl ein Delikt von einiger Schwere?

Sonnen: Da sind wir schon im Grenzbereich. Es müsste sich schon um einen besonders schweren Diebstahl handeln.

ZDFonline: Wie viele der begangenen Straftaten gehen zu Lasten von Intensivtätern?

Sonnen: Eine Gruppe von drei Prozent der Straftäter ist verantwortlich für 30 Prozent der Straftaten. Das ist schon beträchtlich.

ZDFonline: Wie entwickeln sich Menschen zu Intensivtätern?

Zitat

„Eine Gruppe von drei Prozent der Straftäter ist verantwortlich für 30 Prozent der Straftaten.“

Professor Bernd-Rüdiger Sonnen, Universität Hamburg

Sonnen: Es gibt Muster und Risikofaktoren. Eine Schul- oder Berufsausbildung ohne Perspektive gehören dazu, ebenso soziale oder finanzielle Notsituationen oder Gewalterfahrung als Opfer. Wer Gewalt in seiner Kindheit als Alltag und Problemlösung erlebt hat, neigt später oft selbst zur Gewaltanwendung. Fairerweise muss man aber auch sagen: Wer in den Polizeiakten bereits als Intensivtäter geführt wird, wird viel häufiger und intensiver kontrolliert. Und so öfter ertappt. Diese Person nimmt dann die Rolle als Intensivtäter an, sie wird zu seinem Selbstverständnis.

ZDFonline: Ist der Anteil von Jugendlichen unter den Intensivtätern besonders hoch?

Sonnen: Es stimmt schon, Jugendliche sind in dieser Gruppe überprozentual vertreten. Das liegt aber auch an Besonderheiten wie beispielsweise der Graffiti-Szene. Sprayer tauchen häufig als Intensivtäter in den Statistiken auf. Wer zehnmal sprayt, macht sich der Sachbeschädigung schuldig und gilt als Intensivtäter.

ZDFonline: In Anbetracht der Anzahl von Hip-Hop-Partys, die jedes Wochenende stattfinden, eigentlich keine sonderlich hohe Quote. Zudem mutet eine besprühte Mauer im Vergleich zu verprügelten Rentnern fast wie ein Kavaliersdelikt an.

Professor Dr. Bernd-Rüdiger Sonnen lehrt Kriminologie an der Universiät Hamburg. Quelle: ZDF

ZDF
Professor Sonnen

Sonnen:Könnte man meinen. Aber Sachbeschädigung gehört zu Eigentumsdelikten und ein aufgesprühtes Graffiti zu beseitigen, kann mitunter sehr teuer oder in manchen Fällen gar unmöglich sein.

ZDFonline: Wie kann sich die Gesellschaft am wirksamsten vor Intensivtätern schützen? Sie verantworten ja schließlich 30 Prozent der Straftaten.

Sonnen: Das gesamte Jugendstrafrecht ist einem einzigen, alleinigen Ziel untergeordnet: die Verhinderung einer Wiederholungstat! Das ist nicht nur der wirksamste Schutz für die Gesellschaft, sondern auch im Interesse der Opfer. Und Wiederholungstaten verhindert man – wie die Praxis gezeigt hat – durch: Hingucken, schnelle Ermittlungen und Verurteilung. Das „Erwischt werden“ hinterlässt bei Jugendlichen in der Regel einen nachhaltigen Eindruck.

ZDFonline: Das bedeutet: Mehr Polizei und härtere Strafen ergeben weniger Intensivtäter?

Sonnen: Ohne Prävention geht diese Gleichung nicht auf. Eine gewaltfreie Gesellschaft, Erziehung zum Kindeswohl in Kindergärten und Schulen sind unverzichtbar. Jugendliche brauchen Erfolgserlebnisse. Erhalten sie diese nicht im pro-sozialen Bereich, suchen sie ihre Bestätigung außerhalb der Gesellschaft, im asozialen Bereich. Ich spreche immer von einer Pyramide des Lernens: Die Basis bilden die Eltern und das soziale Umfeld, an der Spitze steht das Jugendstrafrecht. Fehler im Fundament kann das Strafrecht nicht ausgleichen – unabhängig, wie scharf es gestaltet wird.

ZDFonline: Gibt es eine konkrete Maßnahme, die besonders erfolgreich ist?

Sonnen: Ja, der Täter-Opfer-Ausgleich. Das ist empirisch eindeutig erwiesen.

Infobox

Täter-Opfer-Ausgleich:

Dabei handelt es sich um ein außergerichtliches Verfahren, das die freiwillige Teilnahme beider Seiten voraussetzt. Durch diese Kommunikation zwischen Täter und Opfer realisiert der Täter oft erst die Folgen seiner Tat, da er sich in die Rolle des Opfers einfühlen kann. Seine Hemmschwelle steigt, wodurch das Risiko einer Wiederholungstat verringert wird. Das Opfer selbst spürt die Reue des Täters und verliert Bedrohungsängste. Zudem nimmt das Opfer eine aktive Rolle ein und kann beispielsweise Schmerzensgeld einfordern.

ZDFonline: Macht es Sinn, zu differenzieren nach der Abstammung der Täter?

Sonnen: Die Abstammung von Intensivtätern in den Vordergrund zu rücken, ohne exakt differenzierte Statistiken zu haben – und die haben wir in Deutschland nicht – ist gefährlich. Dies fördert Vorurteile. Empirisch erwiesen ist, dass bei unbelasteten Familien der Migrationshintergrund kaum noch eine Rolle spielt.

ZDFonline: Und bei belasteten Familien? Bei Personen mit Migrationshintergrund und den von Ihnen genannten Risikofaktoren?

Sonnen: Da spielen kulturelle Hintergründe durchaus eine Rolle und da könnte eine seriöse Statistik auch helfen. Professor Christian Pfeiffer hat eine repräsentative Forschung im Erziehungsprozess von traditionell geprägten, türkischen Familien durchgeführt. Die dabei vermittelten Werte über Männlichkeit und die Rolle der Frau können sehr wohl zu einem Kulturkonflikt führen, wenn diese Familien in Deutschland leben. Professor Pfeiffer forschte dafür in der Türkei, um den kulturellen Hintergrund wirklich kennen zu lernen. Dieser Aufwand ist auch nötig, damit solche Statistiken ihre Aussagekraft rechtfertigen. Die Frage nach der Abstammung ist legitim, sofern sie differenziert gestellt wird. Aber bitte, erwarten Sie keine einfachen, plakativen Antworten!

ZDFonline: Keine Sorge, wir tun das nicht. Vielen Dank für das Interview.

von Dara Hassanzadeh
Mit Material von ZDF

maurizone.de jetzt auch optimiert für i-phone und mobile phones

19. Mai 2010

Hallo,

da auch Sozialpädagogen mit der Zeit gehen habe ich ein WordPressplugin gefunden und aktiviert, das es mobile phone und inbesondere I-Phone Usern ermöglicht meine Seite in einer für Handys angepassten Version anzuschauen. Bei Nichtgefallen besteht aber die Möglichkeit, die Ansicht am unteren Seite in den Originalzustand zu versetzen.

Hier der Link zum WordPressplugin: http://www.bravenewcode.com/products/wptouch/

Enjoy,Maurice

Graffiti-Künstler fordern mehr Bürokratie

29. April 2010

Graffiti-Künstler fordern mehr Bürokratie

Kulturausschuss: Flächen und Regeln für Sprayer

Von Frank Heindl

„Konzept zu Erweiterung und Reglementierung legaler Flächen für Graffitisprayer“ – so nennt sich das Papier, das der Pop-Beauftragte der Stadt, Richard Goerlich, am Montag im Kulturausschuss vortrug. Der Vorgang geht auf einen Antrag der Grünen Stadtratsfraktion zurück. Der Laie muss sich aber nicht nur darüber wundern, dass ausgerechnet die Grünen die „Reglementierung“ der einstmals so erfrischend aufmüpfigen Sprayer-Gemeinde fordern – am lautesten schallt der Ruf nach mehr Bürokratie und festen Rahmenbedingungen aus der Graffiti-Szene selbst.

Für Sprayer freigegebene Fläche an der Haunstetterstraße

„Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ – diesen Spruch mussten sich die Sprayer über Jahrzehnte hinweg von Polizei, Presse und genervten Bürgern anhören. Nun quengeln sie selbst: Die Könner in der Szene ärgern sich über wilde „Tags“ und wenig kunstvolle Schmierereien, die nicht nur öffentliche Wände verunzieren, sondern auch den anderen Künstlern jene Sympathien rauben, die sie sich bei der Öffentlichkeit gerne erwerben würden. Denn der sich belästigt fühlende Bürger unterscheidet nun mal nicht zwischen künstlerisch wertvoller Street Art und heimlich auf verbotene Flächen gesprühten kryptischen Zeichen und Botschaften, die im Vokabular normaler Kunstkonsumenten nicht vorkommen. Von einem „negativen Effekt auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung“ spricht die Wissenschaft – und dagegen kann man schlichtweg nichts machen, egal, ob dieses Gefühl nun Entsprechungen in der Realität findet oder einfach Humbug ist.

Die Bunten: Daniel Tröster in AktionDie Bunten: Daniel Tröster in Aktion

Die Lösung aus dem Referat für Popkultur: Mehr legale Sprayflächen, aber nur unter Auflagen, dadurch Eindämmung illegaler Graffiti sowie höhere Qualität der legalen. Ob diese Ziele erreicht werden, wird nicht nur anschließend diskutiert, sondern evaluiert, sprich: nach vorher festgelegten, stichhaltigen Kriterien objektiv untersucht – die Szene darf dabei mitreden. Sie muss ihre Kooperationsbereitschaft aber auch an harten Kriterien messen lassen: Das Papier aus dem Popreferat schlägt die Regelung der Abfallbeseitigung ebenso vor wie die Beseitigung von außerhalb der genehmigten Flächen angebrachten Grafitti – in diesen Fällen gilt natürlich weiterhin das Strafgesetz. An Übungsflächen für Anfänger ist ebenso gedacht (es werden „Bereiche ausgewiesen, die Übungsmöglichkeiten für Anfänger bieten“) wie an die Verkehrssicherheit der Umgebung durch von Schmierereien befreite Verkehrsschilder. Und damit alles den richtigen bürokratische Touch kriegt, versucht man sich auch schon am erforderlichen geschraubten Umgangston: „Die Einhaltung der Regeln und Gesetze wird vollumfänglich angestrebt.“

"Legale Graffiti - ein Widerspruch in sich": Richard Goerlich„Legale Graffiti – ein Widerspruch in sich“: Richard Goerlich

Das Ganze mag ein wenig zum Spott reizen – im Gespräch mit der DAZ vermag Richard Goerlich allerdings sehr wohl, seine Reaktion auf den grünen Antrag sachlich zu begründen. „Legale Graffiti“, das sei auch in seinen Augen „eigentlich ein Widerspruch in sich“, gibt der Popbeauftragte unumwunden zu. Doch das ist Schnee von gestern: „Ich hätte das doch nicht gemacht, wenn der Wunsch nicht aus der Szene gekommen wäre“, beteuert Goerlich. Der „alte Punk-Ethos“ sei längst nicht mehr gefragt – heute gehe es um Techniken, um Kunstwerke, Ziel sei es, schöne, qualitativ hochstehende Werke zu schaffen. Und schließlich stehe man mit der Einbindung der Grafitti-Szene in die städtische Kultur bei weitem nicht alleine. Vorbild nicht nur für Augsburg ist die „Wienerwand“: Auch in der österreichischen Hauptstadt erlaubt man Graffiti-Aktivitäten unter im Konsens erstellten Auflagen, die größtenteils von der Szene auch akzeptiert werden.

Richard Goerlichs Augsburger Popbüro findet man im Netz unter www.pop.augsburg.de, die Augsburger Sprayer-Szene („Die Bunten“) bietet hier unter anderem Workshops an, über die „Wienerwand“ kann man sich hier informieren.

Link: http://www.daz-augsburg.de/?p=11935

Cologne Graffiti Exchange 2010

13. April 2010

Ende 2009 haben wir einen Antrag beim Förderprogramm Youth in Action abgegeben, just dieser Tage kam die positive Rückmeldung der EU zur Durchführung unseres für Juni geplanten COLOGNE GRAFFITI EXCHANGE 2010 .

Im Zeitraum vom 09.-16.06.2010 werden 35 Graffitimaler/innen im Alter von 16-25 Jahren aus 5 Nationen gemeinsam an Graffiti-und  Medienprodukten arbeiten. Partner in Crime und Medienkompetenz sind einmal das JFC Medienzentrum Köln und international erfahrene Dozenten in Streeart/Graffiti und Film- und Animationsproduktion .

Unsere Homebase wird dabei die “Alte Feuerwache “in Köln sein.

Ich freue mich sehr auf das kommende Projekt!!!

Erfahrungen aus Magdeburg

1. März 2010

Illegale Graffiti nahmen im vergangenen Jahr weiter zu / Besonderes Projekt – 18 Stromkästen künstlerisch gestaltet
Kunst gegen Schmiererei: Es bleibt ein Kampf gegen Windmühlen
Von Matthias Fricke

Für die Polizei bleibt es weiter ein Kampf gegen Windmühlen. Jede dritte Sachbeschädigung ist eine Schmiererei. 1696 illegale Graffiti wurden 2009 zur Anzeige gebracht. 60 Fälle mehr, als im Jahr zuvor. Revierleiter Wolfgang Fritzlar zeigte sich angesichts dieser Zahlen enttäuscht. Dafür hat die IG Innenstadt jetzt einen bescheidenen Erfolg zu vermelden. Im Rahmen eines Projektes Kunst gegen Schmierereien wurden im vergangenen Jahr 18 Stromkästen kunstvoll besprüht, erst einer ist wieder beschmiert.

Altstadt. Die Kunst von Frank Moede schreckt ab. Glücklicherweise nicht den Betrachter, sondern die Schmierfinken.

Seine Bilder füllen nicht nur graue Flächen und bieten somit weitestgehend Schutz vor illegalen Graffiti. Sie sind auch ein Hingucker. Frank Moede, Airbrush-Künstler, bekannt von der Gestaltung der Magdeburger Halbkugeln, hat in der Innenstadt bereits 18 Stromkästen ( 24 waren beantragt ) und ähnliche Behältnisse mit verschiedenen Motiven bemalt. In diesem Jahr liegen schon jetzt wieder 14 Aufträge vor. So hatten Mitarbeiter der Staatskanzlei die Aktion beobachtet und prompt begeistert einige Kästen in ihrer Nachbarschaft reserviert. Das Projekt begeistert aber nicht nur. Es hat auch Erfolg. “ Wir hatten seither hier nur eine Sachbeschädigung „, erklärt IGInnenstadt-Sprecher Arno Frommhagen. Aus diesem Grund sollen in diesem Jahr weitere Kästen in der Innenstadt bemalt werden. Auf der Liste stehen vor allem Kästen auf dem Breiten Weg und dem Universitätsplatz.

Die Eigentümer der Kästen, die Städtischen Werke Magdeburg und die Magdeburger Verkehrsbetriebe, zeigten sich von der Idee begeistert und stellten ihre Flächen zur Verfügung, während Sponsoren wie die Sparkasse, die ÖSA, Pro Magdeburg, Karstadt, das City Carré, das Allee Center, Fielmann, das Café Flair und Frank Moede selbst die Umsetzung der Kunst finanzierten. “ Selbst Privatpersonen haben sich bei uns gemeldet und wollten die Gestaltung eines Stromkastens bezahlen „, erklärt IG-Innenstadt-Sprecher Arno Frommhagen. Er meinte : “ Schön wenn dieses Projekt auch in anderen Bereichen der Stadt Schule machen könnte „, erklärt er.

Das hat es auch schon. Denn die “ Waffe “ Kunst gegen Schmiererein ist längst keine neue mehr. In der Vergangenheit hat es immer wieder Jugend-Projekte gegeben, bei denen schöne Bilder entstanden, die Kritzeleien verhindern sollten. Doch gelang es partiell die Kleinkriminellen auf diese Weise zu vertreiben, suchten sie sich nur wenige Meter weiter die nächste freie Fläche.

Somit hat die Polizei auch weiter alle Hände voll zu tun, um der Massenerscheinung entgegenzuwirken. “ Nach wie vor begegnet das Polizeirevier Magdeburg diesen Straftaten mit einer eigenen Ermittlungsgruppe „, erklärt Wolfgang Fritzlar und erklärt, dass die Aufklärungsquote bei 20, 5 Prozent im vergangenen Jahr lag. Nach wie vor arbeite die Polizei auch sehr eng mit der Stadt Magdeburg zusammen. So werde weiterhin jede Schmiererei an einem kommunalen Gebäude angezeigt und zeitnah beseitigt. Außerdem werden verurteilte Graffiti-Schmierer dem Ordnungsamt gemeldet, so dass dieses den Personen ein Mitführungsverbot für Sprayerutensilien aussprechen kann. Haben sie dennoch solche Spraydosen oder Ähnliches dabei, können hohe Strafgelder ab 1000 Euro verhängt werde.

Doch auch dieser Schritt zeigt wenig Wirkung. Aktuellester Fall : Am Freitagabend hat ein Zeuge in der Hegelstraße zwei Mädchen und zwei Jungen dabei beobachtet, wie sie mit roter Farbe Wände beschmierten. Insgesamt 35 Schmierereien wurden gezählt. Die alarmierte Polizei konnte die Täter nicht mehr fassen. Eine Anzeige wurde aufgenommen.

http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/?em_cnt=1648547

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