Archiv für 'Graffiti'

Aktion Anti Graffiti..Alles umsonst?

11. September 2009, Maurice Kusber

Aktion Anti-Graffiti – alles umsonst?

Rückblick und Gegenwart

1998 wurde auf Mitinitiative des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins die Kölner Anti Spray Aktion, kurz KASA, gegründet. Der Gründung vorausgegangen war ein Streit zwischen dem Verein und der Polizei über den Umfang der Straftaten.
Das Thema Graffiti fasste langsam aber stetig in der Öffentlichkeit Fuß. Die Zahl der Anzeigen stieg und die Ermittlungskommission Farbe der Polizei konnte maßgebliche Erfolge im Kampf gegen illegale Graffiti erzielen.
KASA wurde zum Pilotprojekt in ganz Deutschland und heute existieren in vielen Städten vergleichbare Organisationen.
Nicht nur die Sensibilisierung der Öffentlichkeit konnte erreicht werden, sondern auch ein deutlicher Rückgang von Sachbeschädigungen durch Farbschmierereien. Sogar in der Politik befasste man sich mit dem Thema und fügte dem § 303 StGB einen Absatz hinzu, der nicht nur die Beschädigung, sondern auch die Verunstaltung von Gegenständen unter Strafe stellte.

Nach dieser sehr positiven Entwicklung der Vergangenheit nimmt die Sachbeschädigung durch Graffiti und gleichgeartete Beschädigungsweisen wieder erheblich zu.
Im Juli 2009 wurden Betriebseinrichtungen der KVB durch den Gebrauch von Flusssäure beschädigt. Kurz darauf besprühten Täten eine gesamte Wagenseite eines KVB-Zuges, eine Tat, die so seit Jahren nicht mehr registriert wurde. Auch die Kölner Immobilieneigentümer berichten wieder vermehrt von Sachbeschädigung durch Graffiti, insbesondere auch im Innenstadtbereich. Neben der Innenstadt sind weitere Schwerpunkte Sülz, Ehrenfeld und Rodenkirchen.
Die Art der Beschädigung besteht nur noch selten aus großflächigen Graffiti, sondern in der Regel aus wilden Schmierereien oder schnell angebrachten TAGs. Der Schaden ist jedoch der gleiche. Dieser Vandalismus entspringt nicht mehr einem Gestaltungs- sondern purem Zerstörungswillen.

Im Jahre 2008 wurden monatlich rund 200 Sachbeschädigungen durch Graffiti zur Anzeige gebracht. Die Zahl der Anzeigen in 2009 ist jedoch stark rückläufig. Das hat seinen Grund aber nicht im Rückgang der Straftaten, sondern im Anzeigeverhalten der Geschädigten.
Seit geraumer Zeit werden von der Stadt Köln und der KVB keine Sachbeschädigungen durch Graffiti mehr zur Anzeige gebracht. Auch Hauseigentümer sparen sich oft genug den Gang zur Polizei, da sie in der Aufgabe einer Anzeige keinen Sinn mehr sehen. Graffititäter werden in der Regel nur dann zur Rechenschaft gezogen, wenn sie vor Ort gefasst wurden oder sie aufgrund erdrückenden Beweismaterials die Taten gestehen. In der Mehrzahl aller Fälle wird die Tätersuche gegen Unbekannt jedoch eingestellt.

Aber auch die öffentliche Empörung über diese Art von Sachbeschädigung ist auf dem Rückzug. So zeigen immer mehr Personen der Öffentlichkeit aus vermeintlich sozialen Gründen Verständnis für die illegalen Sprayer (u.a. Interview W. Pauels). Auch in der Kölner Politik verabschiedet man sich zum Teil von der bisher eingeschlagenen Richtung. Graffitiprojekte finden immer mehr Zuspruch. (BV Innenstadt, Rodenkirchen)

Dieser Entwicklung muss aus Sicht des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins Einhalt geboten werden!

Forderungskatalog:

Der Kampf gegen illegale Graffiti kann nur mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit sowie einem passenden Mix aus Prävention und Repression gelingen.

  1. Sowohl in der politischen Landschaft als auch bei Personen des öffentlichen Lebens, die einen Vorbildcharakter inne haben, sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass illegal angebrachte Graffiti an privatem oder öffentlichem Eigentum eine Straftat und daher nicht zu dulden sind.
  2. Rat und Verwaltung sollten in Sachen Graffiti eine einheitliche Linie verfolgen.Die politischen Parteien müssen sich vor der Wahl deutlich für die KASA und die Beibehaltung der bisher erfolgreichen Arbeit aussprechen. Die Bemühungen um ein sauberes Köln müssen auch die Entfernung von illegalen Graffiti einschließen.
  3. Alle städtischen Unternehmen sowie die Stadt selbst müssen jedes illegale Graffiti zur Anzeige bringen. Sich auf sinkende Fallzahlen zu berufen, wenn diese nur auf fehlenden Anzeigen beruhen, ist Betrug. Der Ratsbeschluss vom 30.6.09 sollte daher auch auf Unternehmen wie HGK, Rheinenergie, städtische Gebäudewirtschaft etc. ausgeweitet werden.
  4. Mit der Ächtung von illegalen Graffiti muss vor allem in den Jugendeinrichtungen die Bedeutung des privaten Eigentums vermittelt werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem bei Graffitiworkshops etc. den Jugendlichen eine Trennung zwischen legalen und illegalen Graffiti oft nicht vermittelt werden kann.
  5. Damit einher geht die Forderung nach dem Verzicht auf die Bereitstellung legaler Flächen. Auch hier zeigt sich, dass die Gestaltung von Bahnhaltestellen etc. durch 4 oder 5 Sprayer die Gesamtheit der Jugendlichen an sich in ihrem Gestaltungswillen nicht befriedigen kann. (KVB Haltestelle Höhenberg, Graffitigestaltung Rudolfplatz) Hier kann es nur zu einem Sinneswandel kommen, wenn sicher gestellt ist, dass von solchen Flächen kein Anreiz zum illegalen Sprühen ausgeht. Die Realität zeigt jedoch, dass sich illegale Sprühereien nahtlos an legale anschließen.
  6. Die Immobilieneigentümer sollen alle bisher noch nicht zur Anzeige gebrachten Graffiti sofort bei der Polizei melden. Vordrucke stehen zum Download im Internet bereit (www.kasa-koeln.de).
    Darüber hinaus sind sie aufgefordert, Graffiti immer sofort anzuzeigen und diese danach zu entfernen. Der Schutz durch eine Prophylaxeschicht erleichtert mehrmaliges Reinigen erheblich. Nur wenn Graffiti umgehend entfernt werden, nimmt es den Tätern die Möglichkeit, sich mit ihren Werken in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
  7. Von politischer Seite muss Druck auf die Unternehmen ausgeübt werden, die Utensilien zum illegalen Sprayen anbieten. Dies sind zum Teil namhafte Chemieunternehmen, die gleichzeitig auch die Materialien zur Entfernung im Sortiment haben. Das Anbieten von Sprühsachen, die ausschließlich für den illegalen Gebrauch gedacht sind, sollten mit dem Tatverdacht „Anstiftung zu einer Straftat“ verfolgt werden.
  8. Aufgrund des Anstiegs von Schäden durch illegale Graffiti muss die Polizei wieder eine Ermittlungskommission Farbe einrichten. Die derzeitigen Konzepte zur Gefahrenabwehr sind nicht ausreichend.
  9. Renitenten Sprayern muss vor Gericht eine empfindliche Strafe drohen. Zu oft verlassen mehrfach in Erscheinung getretene Sprayer den Gerichtssaal ohne erkennbare Sanktionen. Für schwere Sachbeschädigung sieht der § 303 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe vor.
  10. Link:http://www.koelner-hausundgrund.de/index.php?id=aktion-graffiti

Voila..hier der Text zur Broken Windows Theorie

3. September 2009, Maurice Kusber

Danke an Barbara Uduwerella, die mir den Text hat zukommen lassen.

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Broken Windows: Neue Beweise aus New York City und ein soziales

Experiment in 5 Städten

Diese Studie greift nochmals die Studie von George Kelling und William

Sousa aus dem Jahr 2001 auf, in der behauptet wurde, dass das Ahnden

kleinerer Verstöße helfen könne, schwere Verbrechen zu reduzieren (die

„broken-window“-Hypothese).

Kriminalitätsdaten von New York City aus den Jahren 1989 bis 1998 und Ergebnisse eines sozialen Experiments namens “Moving to Opportunity” (MTO) in fünf Städten (New York,Chicago, Los Angeles, Baltimore, und Boston) werden analysiert.

MTO konzentrierte sich auf 4.600 Familien mit geringem Einkommen, die in

sozialen Wohnungsbaugebieten mit einer hohen Rate sozialer Unruhe

lebten. Per Zufallsprinzip bekamen die Familien Wohngutscheine zum

Umzug in ruhigere Gegenden. Es gab keine Hinweise darauf, dass das

„broken-windows“-Vorgehen Kriminalität reduziert oder dass die

Änderung seines erwünschten Zwischenergebnisses – Unruhe selbst –

ausreicht, um Veränderungen in kriminellem Verhalten zu bewirken.

Quelle: Harcourt, B. E., & Ludwig, J (2006). Broken windows: New

evidence from New York City and a five-city social experiment, in:

UNIVERSITY OF CHICAGO LAW REVIEW 73, 271-320.

NS

Teil 2 des Artikels..P.S. Die Broken Windows Theorie wurde widerlegt

3. September 2009, Maurice Kusber

Verwahrlosung steckt an

Die Verunreinigung der öffentlichen Umwelt mit Graffiti und ähnlichen Machwerken geht alle Bürger an: Eine verlotterte Umgebung wirkt ansteckend und führt zu einem deutlichen Anstieg sozialer Vernachlässigungen.

Die Verunreinigung der öffentlichen Umwelt mit Graffiti und ähnlichen Machwerken geht alle Bürger an: Eine verlotterte Umgebung wirkt ansteckend und führt zu einem deutlichen Anstieg sozialer Vernachlässigungen. Seit Anfang der achtziger Jahre wird über die „Broken-Windows-Theorie“ diskutiert: Verstöße gegen öffentliche Regeln und soziale Normen ziehen weitere Verstöße und Übertritte nach sich. Eine Studie der Universität Groningen berichtet über Experimente, um diese Theorie zu überprüfen. Die Ergebnisse sind eindeutig, z.B. im Fall der Fahrradprospekte: An abgestellten Fahrrädern wurden Reklamezettel angebracht. Etwa ein Drittel der Radfahrer riss bei der Rückkehr die Werbung ab und warf sie achtlos weg. Waren die Wände in der Umgebung mit Graffiti eingesprüht, warfen zwei Dritteln der Radfahrer das Papier weg.

Link: http://www.ksta.de/html/artikel/1246883837288.shtml

Bristol darf über Graffiti abstimmen

31. August 2009, Maurice Kusber

Bristol darf über Graffiti abstimmen

31. Aug 2009, 11:33

London – Für viele Menschen sind es Schmierereien – doch im britischen Bristol dürfen die Bürger künftig abstimmen, ob Graffiti Kunst oder Vandalismus ist.

Denn: Aus der Stadt kommt der berühmt-berüchtigte Graffiti-Künstler Banksy. Die Stadtverwaltung kündigte an, den Bürgern die Wahl zu lassen, ob Sprühwerke entfernt werden sollen oder nicht.

Ausgangspunkt für die Entscheidung war ein Banksy-Graffiti in der südenglischen Stadt. In einer Abstimmung sprachen sich mehr als 90 Prozent dafür aus, das Werk nicht zu entfernen. Jetzt soll das Verfahren auf alle Sprühereien, die nicht beleidigend oder bloßes Gekritzel (sogenanntes Tagging) sind, angewandt werden. So werde «Kunst im öffentlichen Raum» gefördert. «Die Leute wollen, dass wir den Krieg gegen Tagger weiterführen, also müssen wir zwischen Taggern und Künstlern unterscheiden», sagte Stadtrat Gary Hopkins.

Link: http://www.nachrichten.ch/detail/403089.htm

Propaganda…

27. August 2009, Maurice Kusber

200.000 Quadratmeter Graffiti in zehn Jahren entfernt

21-08-2009 16:30:00

Mit großem Aufwand muss nicht nur die Stadt Graffiti von Wänden entfernen. Die KASA kümmert sich seit über zehn Jahren um dieses Problem. Bild: Archiv
Mit großem Aufwand muss nicht nur die Stadt Graffiti von Wänden entfernen. Die KASA kümmert sich seit über zehn Jahren um dieses Problem. Bild: Archiv :: ClickBild=Vollbild

(wb) Graffiti sind auch in Köln ein ständiges Ärgernis. Neben Immobilienbesitzern sind auch öffentliche Immobilieneigentümer von der Problematik betroffen. Vor etwas mehr als zehn Jahren gründete sich in Köln aus genau diesem Grund die Kölner Anti-Spray-Aktion, kurz KASA genannt. Hauptaufgabe des Zusammenschlusses ist es, Betroffene zu informieren und zu beraten sowie gemeinsam mit der Stadt für eine schnelle Beseitigung des Übels zu sorgen. In den vergangenen zehn Jahren ließ alleine die Stadt Köln 200.000 Quadratmeter Flächen reinigen, vor allem an öffentlichen Gebäuden, Wänden oder Brücken. Bei Gründung der KASA wurden zudem erste wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht. Demnach gibt es in öffentlichen Bereichen, die bereits durch Graffiti oder Müll verschmutzt sind, eine doppelt so hohe Bereitschaft, weitere Verschmutzungen oder andere Straftaten zu begehen.

Insgesamt gehören 35 Partner zum Aktionsbündnis KASA, sie alle arbeiten auf freiwilliger Basis zusammen. Zu den Mitgliedern gehören neben öffentlichen Einrichtungen wie der Stadt, der Kölner Polizei, der Bundespolizei und der Kölner Verkehrsbetriebe zum Beispiel auch die Hohe Domkirche, der WDR, die Handwerkskammer zu Köln, der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein und die Deutsche Bahn AG. Die KASA berät auch Bürgerinnen und Bürger zu technischen und anderen Fragen rund um das Thema Graffiti. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, ein konsequentes Vorgehen gehen Farbschmiereien, vor allem gegen volksverhetzende Parolen. Pro Jahr müssen die Kooperationspartner rund 15.000 Quadratmeter an neu verschmutzten Flächen reinigen lassen, alleine in diesem Jahr waren es bereits 10.500 Quadratmeter.

Neben der Beseitigung der Graffitis haben sich die KASA-Mitglieder zudem verpflichtet, mit aller Härte gegen Verstöße vorzugehen. So zeigte alleine die Stadt Köln im Jahr 2007 354 Sachbeschädigungen an Immobilien an, im vergangenen Jahr waren es bereits 425 Anzeigen. Bis dato beläuft sich die Zahl der Anzeigen wegen Farbschmierereien in diesem Jahr bereits auf über 200. Somit geht auch die Stadt Köln als einer der KASA-Partner mit gutem Beispiel voran, wie die Stadt am heutigen Freitag bekannt gab.

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis KASA finden Sie auf der Internetseite: www.kasa-koeln.de.

Link: http://www.koeln-nachrichten.de/lokales/neues-aus-koeln/koeln_graffiti_zwischenfazit_kasa.html

Zurück zum Thema…

31. Juli 2009, Maurice Kusber

SOZIALES: Keine Nacht- und Nebelaktion
An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet dürfen Jugendlichen ganz legal Graffiti sprühen

RATHENOW – Am Anfang greifen noch die üblichen Reflexe: Als ein Jugendlicher am helllichten Tag eine Hauswand in der Fehrbelliner Straße besprüht, kommt gleich die Polizei, um die Personalien aufzunehmen. Bei den Beamten hat es sich noch nicht rumgesprochen, dass das Graffiti-Sprühen an dieser Wand legal ist. Auch die Jugendlichen spielen das Räuber-und-Gendarm-Spiel (zum Teil) gerne mit: Im Schutze der Nacht und im Lichte einer kleinen Taschenlampe sprühen sie ihre Schriftzeichen und Bilder an eine andere freigegebene Hauswand. Wenn sich ihnen jemand nähert, suchen sie schnell das Weite. Und können so ganz ungefährdet den Kick genießen, etwas Verbotenes zu tun.

Seit Anfang Juli gibt es verschiedene Flächen im Stadtgebiet, auf denen sich Jugendliche mit der Farbdose nach Lust und Laune austoben können. Die Wände sind mit einer großen gelben Sonne samt Farbdose gekennzeichnet – aufgesprüht natürlich.

Das Projekt der legalen Sprayerwände ist Bestandteil der sogenannten Ordnungspartnerschaft Graffiti und geht auf die Initiative der beiden Streetworker der Diakonie, Tilo Windt und Martin Skowronek zurück. „Unser Ziel ist es, mit den legalen Angeboten das illegale Sprühen langfristig einzudämmen“, beschreibt Skowronek den Ansatz.

Überhaupt erreichen die Sozialarbeiter so Jugendliche, an die sie sonst wahrscheinlich gar nicht herankommen würden. Die Schutzbehauptung vieler illegaler Sprayer: – „Ich würd ja gerne legal sprühen, aber es gibt ja keine Flächen dafür“ – fällt durch die neuen Angebote auch weg.

Derzeit können die Jugendlichen unter anderem noch am Blechzaun am Körgraben und an einem zum Abriss bestimmten Wohnblock in Rathenow-Ost die Farbdosen schwingen. Nach den Eindrücken der Sozialarbeiter werden die Freiflächen von den Jugendlichen sehr gut angenommen. Denn ohne die Angst, entdeckt zu werden, bleiben wesentlich mehr Zeit und Ruhe für größere und komplizierte Darstellungen.

Die Sozialarbeiter unterstützen diesen künstlerischen Ansatz: So wurden das WC-Häuschen des Flugsportvereins Stölln und eine Garagenwand am Weinberg – unter Anleitung – von Rathenower Jugendlichen gestaltet (MAZ berichtete). Wer für seine künstlerische Arbeit die Anerkennung von Vereinen und Privatpersonen erfährt, so das Kalkül, zieht nachts nicht mehr los, um die Stadt mit eilig hingekritzelten Schriftzeichen zu verschandeln.

Ob es wegen der legalen Angebote bald überhaupt keine illegalen Schmierereien mehr geben wird? Das ist vielleicht etwas hochgegriffen, findet Martin Skowronek. Aber er kann auf das Beispiel der Stadt Münster verweisen, von der das Konzept übernommen wurde: Dank der legalen Flächen (und der schnellen Beseitigung illegaler Schmierereien) halbierte sich die Zahl der illegalen Graffiti innerhalb von sieben Jahren. (Von Ralf Stork)

Quelle:

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11571525/61759/An-verschiedenen-Stellen-im-Stadtgebiet-duerfen-Jugendlichen-ganz.html

Revolte in der Mottenkiste…Text von Udu Warella

26. Juli 2009, Maurice Kusber

Hier die versprochene Gegendarstellung:

Flusssäure Artikel in der Kölner Rundschau

18. Juli 2009, Maurice Kusber

Säureattacke

Giftige Flusssäure auch am Neumarkt

Von Daniel Taab, 17.07.09, 20:44h, aktualisiert 17.07.09, 20:47h

Wie viele Scheiben hat ein unbekannter Täter in Köln mit seinen Initialen versehen? Am Donnerstagabend entdeckten KVB-Mitarbeiter auch in der Zwischenebene in der U-Bahnstation Neumarkt hochgiftige Flusssäure.

Köln – Die Feuerwehr rückte an und säuberte an zwei Aufzügen die Glastüren und gab Entwarnung. Nach Polizeiangaben waren die so genannten „Tags“ schon mehrere Tage alt.

Auch die zahlreichen Initialen, die ein Unbekannter an verschiedenen Scheiben am Hansaring hinterlassen hat, sind nach Rundschau-Informationen schon schätzungsweise vor zwei Wochen angebracht worden. Die Fahnder versuchen nun, über die eingravierten „Tags“ Rückschlüsse auf die möglichen Sprayer zu ziehen. Dabei gehen die Ermittler einem Hinweis nach, wonach es sich um einen Kölner handelt, der seit Jahren in der Graffiti-Szene unterwegs ist und immer mit den gleichen Initialen zeichnet. Der Künstlername des Mannes ist der Polizei bekannt. „Wir gehen diesem Hinweis nach“, sagte eine Polizeisprecherin und berichtete, dass auch das Landeskriminalamt in Düsseldorf über die Fälle in Köln informiert sei.

Die Polizei geht davon aus, dass in den kommenden Tagen noch mehrere Flusssäure-Fälle bekannt werden. „Die Menschen sind sensibilisiert und schauen nun genauer hin“, ergänzte die Sprecherin. Eine akute Gefahr gebe es für die Bürger aber nur, wenn sie frische und hochkonzentrierte Säure anfassen. Die KVB verteilte nunterdessen an ihre Mitarbeiter Handzettel, in denen der Umgang mit der gefährliche Säure erläutert wird.

Nicht mit der Flusssäure-Attacke, sondern mit „normalen“ Graffiti-Schmierereien musste sich die Polizei am Freitagmorgen in Merkenich befassen. Drei Waggons der KVB wurden von oben bis unten besprüht, ein vierter Wagen nur teilweise. Die Polizei jagte die Täter mit einem Hubschrauber, doch die Sprayer konnten in der Morgendämmerung entkommen. Der Sachschaden wird auf rund 30 000 Euro geschätzt.

Hier der Link:

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895309166.shtml

Und es geht weiter…

18. Juli 2009, Maurice Kusber

20 000 Euro Schaden

Drei KVB-Waggons komplett beschmiert

Von Tim Stinauer, 17.07.09, 19:22h, aktualisiert 17.07.09, 19:33h

Auf dem Abstellgelände in Merkenich beschmierten unbekannte Täter drei KVB-Wagons: Komplett, von oben bis unten. Selbst mit einem Hubschrauber konnte die Polizei die Täter bislang nicht finden.

Angemalte KVB

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Sieht nicht aus wie eine Bahn der KVB – ist aber eine. Zumindest unter der Farbe. (Bild: Krasniqi)

Einen vergleichbaren Fall hat die KVB seit Jahren nicht erlebt: Auf dem Abstellgelände in Merkenich, in der Nähe der Ford-Werke, haben unbekannte Täter am frühen Freitagmorgen drei Bahnwaggons auf einer Seite komplett mit Farbe beschmiert, von unten bis zur Oberkante. „Die haben die Wagen richtig mit einer Malerrolle angestrichen“, sagte KVB-Sprecher Joachim Berger. An einem vierten Wagen waren die Täter gerade zugange, als sie gegen vier Uhr von einem Straßenbahnfahrer gesehen wurden. Sie ergriffen sofort die Flucht.

Die Polizei schickte mehrere Streifenwagen zum Tatort, ein Hubschrauber stieg auf, dessen Besatzung mit einer Wärmebildkamera nach den Tätern suchte – ohne Erfolg. „Die Täter sind entkommen“, sagte Polizeisprecherin Dorothe Rüttgers. Die Ermittler fanden ein aufgebrochenes Tor, durch das sie offenbar auf das eingezäunte Gelände gelangt waren. „Das war eine ganz gezielte Aktion“, vermutet Berger. „Die müssen sich ja auch Leitern oder Schemel mitgebracht haben.“ Die Reinigung der Waggons koste die KVB ungefähr 20 000 Euro. „Wir hoffen, dass das normale Farbe aus dem Baumarkt ist, die man relativ leicht abwaschen kann.“

Extreme Zunahme

Nachdem die Zahl der Sachbeschädigungen durch Graffiti seit den 90er Jahren stetig rückläufig gewesen sei, registriere die KVB seit Mitte vorigen Jahres wieder eine „extreme Zunahme“, berichtete Berger. Die Aktion am Freitagmorgen stelle jedoch „die absolute Spitze“ dar. „So etwas haben wir schon sehr lange nicht mehr erlebt.“ Anhand der Motive und Initialen auf den Waggons versucht die Polizei jetzt, die Täter zu ermitteln. „Wir haben Beweisstücke gesichert“, sagte Rüttgers. Der Bahnfahrer hatte drei junge Männer beobachtet.

Giftige Säure am Neumarkt

Noch keine Spur hat die Kripo von denjenigen, die an mehreren U-Bahn-Haltestellen mit giftiger Flusssäure Markierungen in Glasflächen geätzt haben. Am Donnerstagabend entdeckten KVB-Mitarbeiter Spuren in den Bahnhöfen am Neumarkt und an der Christophstraße. Am Neumarkt schmierten die Täter die gefährliche Säure unter anderem auf die Glaswand eines Aufzugs in der Mittelebene. „Die Flüssigkeit wurde offenbar schon vor längerer Zeit aufgetragen, sie war schon getrocknet, es bestand keine Gefahr für Passanten“, sagte Polizeisprecherin Cathrine Maus. Die KVB hat ihre Außendienst-Mitarbeiter per Merkblatt aufgefordert, auf so genanntes „Etching“, also Beschädigungen durch Flusssäure, zu achten. „Wir haben entsprechende Teststifte, mit denen man Rückstände der Säure nachweisen kann“, sagte Berger. Am Mittwoch waren Verätzungen an Glasscheiben im U-Bahnhof am Hansaring aufgetaucht.

Vor vier Jahren wurde „Etching“ erstmals in Köln bekannt: Zwei Reinigungskräfte erlitten Hautverätzungen, als sie die Säure von einem Wartehäuschen entfernen wollten. Die Täterszene ist vor allem in Dortmund und Berlin aktiv.

Hier der Link:

http://www.ksta.de/html/artikel/1246883677311.shtml

KSta berichtet auch zum Thema“ Flusssäure tags“ in Köln

16. Juli 2009, Maurice Kusber

Gefahr durch ätzende Graffiti

Von Tim Stinauer, 15.07.09, 19:02h

Unbekannte haben den U-Bahnhof Hansaring mit giftiger Säure beschmiert. Das so genannte „Etching“ ist eine gefährliche Methode, die in Teilen der Sprayer-Szene beliebt ist.

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Mit viel Wasser wurden die giftigen Säure-Reste entfernt. (Bild: Krasniqi)

Graffiti

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Beim „Etching“ wird Flusssäure benutzt. (Bild: Krasniqi)

Köln – Täter aus der Graffiti-Szene haben am Mittwochnachmittag in der Innenstadt für Staus im Berufsverkehr gesorgt. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen „schwerer Gefährdung durch Freisetzung von Giften“. Kurz vor 16 Uhr entdeckten KVB-Mitarbeiter im U-Bahnhof am Hansaring Spuren von so genanntem „Etching“ – einer gefährlichen Methode, die in Teilen der Sprayer-Szene beliebt ist: Statt ihre Zeichen mit spitzen Gegenständen einzukratzen, füllen die Täter hochgiftige Flusssäure in Filzschreiber und tragen das ätzende Gemisch auf flachen Oberflächen auf wie zum Beispiel Schaukästen aus Glas. Doch die Säure hinterlässt nicht nur Markierungen, sie ist extrem gesundheitsschädlich, kann bei entsprechender Dosierung tödlich wirken.

Die Feuerwehr sperrte den Bereich um die U-Bahn-Haltestelle ab. Betroffen waren drei Aufzugschächte, die beiden Fahrbahnen in Richtung Süden sowie ein Treppenzugang zu der unterirdischen Haltestelle. Mit Schrubber und klarem Wasser entfernten die Einsatzkräfte die Rückstände der giftigen Säure. Am frühen Abend wurden die Absperrungen wieder aufgehoben. Auf die Täter hat die Kripo bislang keine Hinweise. „Es gab schon mehrere dieser Fälle in Köln“, berichtete ein Polizeisprecher – unter anderem am S-Bahnhof in Mülheim. Besonders aktiv ist die „Etching“-Szene in Berlin und Dortmund.

Geätzte Graffiti sind vor allem dann gefährlich, wenn sie frisch und feucht sind und die Flusssäure Haut und Kleidung benetzt. Aber auch von getrockneten Zeichen geht eine Gefahr aus, wenn sie wieder befeuchtet werden und Rückstände auf die Haut, die Kleidung oder in den Mund gelangen.

Hier der Link:

http://www.ksta.de/html/artikel/1246883667331.shtml

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