{"id":578,"date":"2011-01-29T21:30:17","date_gmt":"2011-01-29T19:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.maurizone.de\/?p=578"},"modified":"2011-01-29T21:30:17","modified_gmt":"2011-01-29T19:30:17","slug":"die-landeshauptstadt-stuttgart-verfolgt-eine-neue-strategie-im-kampf-gegen-illegale-spruher-jetzt-soll-ein-kriterienkatalog-fur-die-standortauswahl-legaler-werke-erarbeitet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.maurizone.de\/?p=578","title":{"rendered":"Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine neue Strategie im Kampf gegen illegale Spr\u00fcher: Jetzt soll ein Kriterienkatalog f\u00fcr die Standortauswahl legaler Werke erarbeitet werden."},"content":{"rendered":"<p>Stuttgart.\u00a0 <strong>Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine neue  Strategie im Kampf gegen illegale Spr\u00fcher: Jetzt soll ein  Kriterienkatalog f\u00fcr die Standortauswahl legaler Werke erarbeitet  werden.<\/strong><\/p>\n<p>. Graffitis gelten als \u00c4rgernis  &#8211; zumindest dann, wenn sie illegal an W\u00e4nde gespr\u00fcht werden. 2009  gingen bei der Stuttgarter Polizei rund 2700 Anzeigen wegen  Sachbesch\u00e4digung ein, allein das st\u00e4dtische Tiefbauamt gab 250 000 Euro  f\u00fcr die Beseitigung der Farbspr\u00fchereien aus. Die Landeshauptstadt  versucht nun, die Szene etwas zu lenken. Es sollen mehr \u00f6ffentliche  Fl\u00e4chen f\u00fcr legales Spr\u00fchen zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Sie m\u00fcssen  aber bestimmte Kriterien erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Reinigung  der Fassaden sind in der Landeshauptstadt in den vergangenen rapide  gestiegen: 2005 und 2006 hat das Stuttgarter Tiefbauamt jeweils um die  130 000 Euro daf\u00fcr ausgegeben, 2007 etwa 150 000 Euro, 2008 schon 215  000 Euro. 2009 schlie\u00dflich waren es bereits 248 000 Euro. Und das nur,  um Schmierereien an Bauwerken entlang von belebten Stra\u00dfen und Wegen zu  entfernen. &#8222;St\u00e4dtische Geb\u00e4ude wie Schulen sind da noch nicht mal  dabei&#8220;, betont Werner Pfisterer vom Tiefbauamt. Im vergangenen Jahr  standen &#8211; aufgrund des strikten Sparkurses &#8211; nur 200 000 Euro zur  Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Seit 2004, als der Polizei 965 gr\u00f6\u00dfere  Farbschmierereien gemeldet wurden, ist die Zahl der Anzeigen wegen  Sachbesch\u00e4digung kontinuierlich gestiegen. Der Trend aber scheint nun  gestoppt, meint Polizeisprecher Jens Lauer. Nach dem &#8222;Rekordjahr&#8220; 2009  mit 2689 Anzeigen geht die Polizei von weniger Delikten im vergangenen  Jahr aus &#8211; exakte Zahlen f\u00fcr 2010 liegen erst in einigen Wochen vor. Das  m\u00fcsse jedoch nicht hei\u00dfen, dass die Graffiti weniger geworden seine,  r\u00e4umt Lauer ein. Die Dunkelziffer in diesem Bereich sei hoch.<\/p>\n<p>Um  das Problem in den Griff zu bekommen, setzt die Stadt Stuttgart auf  legale Graffiti. Ausgew\u00e4hlte Unterf\u00fchrungen wurden bereits freigegeben.  Die Erfahrungen sind laut Pfisterer gut, diese mit k\u00fcnstlerischen  Ambitionen gestalteten W\u00e4nde w\u00fcrden das Stadtbild bereichern. Die Gr\u00fcnen  im Gemeinderat wagen daher einen weiteren Vorsto\u00df: Stuttgart soll &#8211; wie  bereits andere deutsche St\u00e4dte &#8211; dem Beispiel Wiens folgen. Dort stellt  die Stadt freie Fl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung, im Gegenzug verpflichten sich  die Sprayer, ausschlie\u00dflich dort zu spr\u00fchen und den Arbeitsplatz sauber  zu hinterlassen. Laut der Wiener Kriminalpolizei ging die Zahl der  Sachbesch\u00e4digungen durch Graffiti seit dem Projektstart 2005 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8222;Die  Legalisierung von Fl\u00e4chen ist die einzige M\u00f6glichkeit, auch in  Stuttgart dieser Subkultur Raum zum Ausdruck zu geben&#8220;, sagt  Gr\u00fcnen-Stadtrat Peter Svejda und verweist auf den Deutschen St\u00e4dtetag.  Der rechnet vor, dass 40 Prozent der illegalen Graffiti durch legale  Alternativen verschwinden w\u00fcrden. Die Fl\u00e4chen, so Svejda, sollten  bestimmte Kriterien erf\u00fcllen, um sowohl die Sicherheit der Sprayer zu  garantieren, als auch ihren Anspr\u00fcchen gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Diesen  Katalog, der klare Rahmenbedingungen definiert, hat die Stadtverwaltung  nun vorgelegt. Bauwerke sind demnach dann f\u00fcr legale Graffiti geeignet,  wenn die Fl\u00e4che mindestens 100 Quadratmeter gro\u00df ist; sie sollten gut  erreichbar und abseits von Stra\u00dfen und Gleisen liegen sowie ausreichend  Abstand zu Fu\u00dfg\u00e4ngerwegen haben. Die Frischluftzufuhr muss, wegen der in  der Farbe enthaltenen L\u00f6sungsmittel, gew\u00e4hrleistet werden; die  M\u00fcllentsorgung durch die Stadtreinigung m\u00f6glich sein. Das klingt  simpler, als es offenbar ist: Die drei von den Gr\u00fcnen vorgeschlagenen  Standorte jedenfalls hat die Verwaltung gleich abgelehnt. Weder der  Eingangsbereich zur ehemaligen Fu\u00dfg\u00e4ngerunterf\u00fchrung beim  Wagenburgtunnel, noch die Rampenwand an der Haltestelle Staatsgalerie  und auch nicht eine Br\u00fcckenwand beim Hauptbahnhof w\u00fcrden die Kriterien  f\u00fcr ein ungest\u00f6rtes Arbeiten erf\u00fcllen. Pfisterer r\u00e4umt ein, dass die  Messlatte hoch liegt. Aus gutem Grund: Die jahrelangen Erfahrungen mit  der &#8222;Hall of Fame&#8220; beim Cannstatter Wasen w\u00fcrden zeigen, dass in der  Szene solche selbstverpflichtenden Regelungen nicht von allen  Beteiligten akzeptiert w\u00fcrden. Dennoch ist er optimistisch, dass im  Stadtgebiet zahlreiche Fl\u00e4chen zum legalen Bespr\u00fchen gefunden werden.  Vorschl\u00e4ge sollen von den Jugendlichen selbst kommen.<\/p>\n<p>Link: http:\/\/www.swp.de\/goeppingen\/lokales\/stuttgart_und_region\/art5592,816300<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stuttgart.\u00a0 Die Landeshauptstadt Stuttgart verfolgt eine neue Strategie im Kampf gegen illegale Spr\u00fcher: Jetzt soll ein Kriterienkatalog f\u00fcr die Standortauswahl legaler Werke erarbeitet werden. . 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